Mensch und Maschine – auf Kenianisch

Moderne Zeiten

Moderne Zeiten

Das Verhältnis von Menschen und Maschinen ist seit je her ein von Hass, Liebe, Vorurteilen und Ambivalenzen begleitetes. Von einigen wird die moderne Technik als Jobvernichtungsmaschine beschimpft (z.B. die Automatisierung der Autoherstellung) von anderen als der Retter der Menschheit gefeiert (gerade in der Medizin). Am trefflichsten hat sich Charles Chaplin in seinem Film „Moderne Zeiten“ mit dem Thema auseinandergesetzt.

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=kujc_IZX404

So nicht in Kenia. Das Land ist der beste Beweis dafür, dass die Menschheit aus ihren Fehlern lernen kann.  Ganz nach der Motto „Dumm ist nicht der Mensch, der Fehler macht, sondern der, der nicht von den Fehlern lernt“ versuchen die Behörden in Nairobi neue Wege einer Koexistenz. Seit einigen Monaten sprießen überall in den Parkhäuser der Stadt Parkhausautomaten, die einem wie in Europa einen Parkschein geben (mit Uhrzeit, Standort etc. bedruckt), wie Pilze aus dem Boden.

Von den Konflikten in Europa haben die Kenianer gelernt und eine innovative Lösung gefunden. Wenn man an einem Parkplatz einer Einkaufspassage an dem Gerät ankommt, trifft man nicht ein schweigendes Etwas. NEIN! Vielmehr steht dort bei JEDER Wetterlage ein sehr freundlicher Mensch. Er begrüßt den Gast mit einem breiten Lächeln und ein „How are you today?“. Ein Moment später drückt er die grüne Taste, nimmt den Parkschein aus der Maschine und überreicht ihn.

Ein ähnliches Bild, wenn man nach seinem Aufenthalt voll bepackt mit Einkaufstüten in der Hand, am Automaten zahlen möchte. Auch hier steht eine Person. Wieder mit einem freundlichen Lächeln und das übliche „How are you today?“ wird der Gast begrüßt. Man überreicht der Person die Karte und das Geld. Sie erledigt das Notwendige und gibt einem die Karte und das Restgeld zurück.

Der All-Around-Service

Der All-Around-Service

Der All-Around-Service wäre natürlich unvollkommen, wenn sich einem bei der Ausfahrt nicht das gleiche Bild bieten würde. Auch hier das Lächeln, das Begrüßen, die Entgegennahme der Karte, das Einstecken der Karte in die Maschine und ein „Have a nice day Sir!“.

Ich bin davon begeistert! Nicht nur, dass hier der Beweis erbracht wird Mensch und Maschine können friedlich nebeneinander existieren, sondern gerade in der Regenzeit, wo das Wasser literweise auf einen herunterfällt, ist es ein Segen, seine Hand nicht aus dem Fenster strecken zu müssen, um die dann völlig durchnässte Karte in die Hosentasche stecken zu müssen.

Vielleicht ist es langsam an der Zeit, dass kenianische Experten uns in Deutschland besuchen und uns etwas beibringen?!

2 Gedanken zu „Mensch und Maschine – auf Kenianisch

  1. Dieser wunderbare Service ist mir in Kenia tatsächlich aufgefallen, bevor ich überhaupt Deinen Blog gelesen habe! Wie anders ist es doch hier bei uns in Afghanistan! Keine Parkscheine, keine Automaten, keine dienstbeflissenen Menschen, die den Link zwischen Mensch und Maschine bilden…Dafür haben wir aber gepanzerte Autos, von Sicherheitsleuten bewachte und mit hohen Mauern umgebene Compounds, und auch eine Art Symbiose von Mensch und Maschine – den Wächter und seine Kalashnikov…nur lächelt ersterer selten.

  2. nun liebe S. das alles dürfte in AFG auch nicht einfach sein, da es dort so gut wie kein Strom gibt. Die Symbiose ist ehe zwischen Menschen und Mechanik. 🙂 und das lächeln ist bekanntlich eine kulturelle Frage. Was würde dein Ehemann denken, wenn ein Wildfremder Mann seiner Frau anlächelt? und unter die Ganzkörperbedekung kann Mann/Frau leider das Lächeln eh nicht sehen.

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