Lesen bildet, oder?

Lieber Michael,

Meine Frau liest gerne Zeitung. Das ist nichts exotisches, auch in Russland nicht. Alle paar Meter gibt es Kioske. Sogar, wenn man die englischsprachige „Mosow Times“ haben will, ist das nicht schwer – man kann sie abonnieren.

Die von heute kommt dann morgen oder übermorgen mit der Post.

Etwas schwieriger ist es, wenn man seine Zeitung am Erscheinungstag vor die Haustür geliefert haben will.

Sie muss dann nämlich nicht vor die Tür sondern ins Haus geliefert werden. Denn alles was hier einfach so vor einer Tür liegt, wird entweder geklaut, oder fällt dem Wetter und dem Dreck zum Opfer.

Auch der Briefkasten wäre nicht sicher genug dafür. Deshalb haben wir am Anfang November einen professionellen Zustelldienst beauftragt, der für das neunfache des Abopreises die Moscow Times an jedem Werktag morgens zwischen 6.00 und 8.30 Uhr vor unsere Wohnungstür legt. Bezahlen muss man für ein Jahr im Voraus.

Es war der Mitte Januar, ein Samstag, an dem die erste Zeitung kam. Es klingelte um halb eins an der Tür. Vor uns stand ein While gambling made the transition from the best casino online floor to website near to 2 decades ago, the games stay the same ones bettors have loved for any century or even more. strubbeliger stark nach Mottenkugeln riechender Rentner und hatte einen Arm voller Zeitungen. „Ihre Zeitungen“, sagt er.

Ich: „Wir haben aber eine Tageszeitung bestellt. Morgens. Von Montag bis Freitag.“

Er: „Ich komme nur Samstags. Hier sind doch Ihre Zeitungen – von Montag bis Freitag. Alle Fünf.“

Ich: „Nein, so geht das nicht.“

Er: „Unterschreiben Sie bitte – die Quittung, dass ich korrekt geliefert habe.“

Ich: „Nein – aber ich gebe ihnen einen Nachricht für ihre Firma, dass das anders laufen muss.“

Montags drauf: keine Zeitung. Dienstag: keine Zeitung. Mittwoch: keine Zeitung. Donnerstag: es klingelt an der Tür. Halb Zwölf. Eine Frau steht draußen und sagt: „Unterschreiben Sie bitte hier, dass ich korrekt ausgeliefert habe.“ Sie hat die Zeitungen von Dienstag und Mittwoch in der Hand.

Hier wird gar nichts unterschrieben. Nicht bevor wir täglich einen frische Zeitung bis halb neun bekommen. Die Dame stutzt, greift in Ihre Tasche und zieht eine Zeitung von heute heraus: „Unterschreiben sie bitte!“

Was mag sie wohl gedacht haben? Besser, wir bereiten die Ausländer schonend darauf vor, dass die Zeitung täglich kommt? Erst einmal pro Woche, dann zweimal, irgendwann täglich? Oder: Die sollen erst mal die alten Zeitungen lesen, bevor sie eine neue bekommen?

Es war eindeutig unsere Zeitung: in eine Plastikfolie fest verschweißt, mit einem A4 großen Zettel drin, wann und wo sie hin soll, Name, Adresse, Türcode, ja sogar auf welchen Knopf man im Aufzug drücken muss.

Letzte Woche kam sie pünktlich. Diese Woche gar nicht.

Ich verstehe dieses Land nicht.

Viele Grüße aus Moskau

Markus

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