Bomben in der Metro

Lieber Michael,

diesmal wird mein Brief nur ganz kurz – aus aktuellem Anlass: vor etwa anderthalb Stunden sind zwei Bomben in der Moskauer Metro explodiert. Die erste und die zweite gingen hoch an Bahnsteigen an denen ich gestern Abend auch stand, auf dem Heimweg vom Sonntagsspaziergang durch die Innenstadt. Es war die Station „Lubjanka“, benannt nach der damaligen KGB-und heutigen FSB-Zentrale. Ein paar Minuten später explodierte die zweite Bombe in der Station „Park Kultury“, die Station unter dem Gorki-Park. Beide Stationen sind wichtige Knotenpunkte zum Umsteigen für die acht Millionen Passagiere, die jeden Werktag die Moskauer Metro benutzen.

Im Moment habe ich alle Empfänger in der Wohnung eingeschaltet: 70-298Russisches Fernsehen, wo gerade seltsamerweise fast nichts gemeldet wird. Dafür passiert auf dem staatlichen englischsprachigen russischen Sender „Russia Today“ eine Menge. Sie waren es auch, die die ersten Bilder brachten von verstörten Menschen, die aus der Station kamen und verzweifelt versuchten auf dem überlasteten Handynetz zu telefonieren. Währenddessen sieht man Krankenwagen, die sich durch die Menschenmasse schieben. Im Studio sieht man gerade wie eine der Sprecherinnen ins Bild kommt und sich neben den Nachrichtenansager setzt. Sie entschuldigt sich, dass sie gerade Eine weitere Strategie die dem Martingal Roulette System sehr ahnelt ist das Progressionen Roulette System. in Bild platze, denn sie komme gerade aus dieser Station, und diese Filmaufnahmen, die gerade zu sehen waren, habe sie mit ihrem Handy gemacht. Man sieht ihr die Erschütterung deutlich an: ihre Hände zittern und ihre Gesten wirken fahrig, während sie versucht ihre Stimme zu kontrollieren.

Inzwischen sind auch die ersten Telefoninterviews von den internationalenC2040-918 Korrespondenten zu hören: BBC, CNN, ARD, ZDF.

Die größte Schwierigkeit im Moment scheint zu sein, überhaupt in die Nähe der Stationen zu kommen. Das wäre schon an einen ganz normalen Montagmorgen schon schwierig, wegen des Verkehrschaos.

Wo vor meinem Fenster um diese Uhrzeit sich der Verkehr nur im Schritttempo bewegt, steht jetzt alles. Vor einer halben Stunde kamen hier noch dutzende von Krankenwagen vorbei, jetzt geht nichts mehr. Im Radio bei „Echo Moskau“ heißt es, dass man die Verletzten nun aus der Innenstadt per Hubschrauber ausfliege, weil nirgendwo ein Durchkommen sei.

Jetzt gehe ich aus dem Haus um zu sehen, wie weit ich komme. Ob die Trolleybusse fahren, und ob die anderen Metrolinien fahren – angeblich sei nur die eine gesperrt, die durch beide Stationen führt.

Viele Grüße aus Moskau

Markus

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