„Schatz, macht doch auch Pediküre!“

Soweit ist es also mit meiner Männlichkeit gekommen! Ich weiß gar nicht, ob ich darüber lachen oder das Handtuch hinwerfen und sofort zu meinem Arbeitgeber zurückgehen sollte?! Und erst recht mag ich mir gar nicht vorstellen, was mir mein Urgroßvater (der mit angeblich 98 Frauen) sagen würde, wenn er das gehört hätte! Würde er überhaupt etwas sagen oder mich sofort und ohne Worte enterben und aus der Familie verstoßen? Mit an Sicherheit angrenzender Wahrscheinlichkeit das Zweite. Alles andere wäre ja auch unmännlich!

Also was ist passiert: Es war um Weihnachten herum. Meine Frau und ein befreundetes deutsches Paar (Frau arbeitet, Mann ist First Lady) waren zusammen unterwegs und – wenn ich mich recht erinnere – am Essen. Irgendwie kam die Rede auf seine und meine langen Haare (wir waren beide seit langem nicht mehr beim Friseur). Einer von uns beiden sagte: „Ich muss die Tage zum Friseur“ und der andere antwortete; „Ja ich auch“.  Kaum war das Wort zu Ende gesprochen, sagte die Ehefrau des Freundes: „Geht doch zusammen hin, z.B. am kommenden Freitag“. Als ob meine Frau seit Wochen auf genau dieses Stichwort gewartet hätte, kam aus ihr lachend und fröhlich herausgeschossen: „Gute Idee Schatz! Ihr könnt gleich gemeinsam auch eine Pediküre machen. Dein Tag wäre gerettet!“

Genau das Bild, was ihr vor euch habt, hatte ich – und vermutlich auch der Freund (M.) – vor meinem inneren Kino: M. und ich sitzen beim Friseur, Lockenwickler in den Haaren, eine Haartrocknerhaube über den Kopf, lesen Frauenzeitschriften, während unsere Füße eine Pediküre bekommen und wir umzingelt sind von anderen Frauen, die genau das Gleiche machen! Es würde nur noch fehlen, dass Danny Zuko (John Trovelta) und Sandy Olson (Olivia Newton-John) aus dem Film „Grease“ durch die Tür kommen und mit uns allen fröhlich singen und tanzen!

Eine G R A U E N H A F T E Vorstellung, oder?!

Und wie endet die Geschichte: M. war am Donnerstag alleine beim Friseur. Angeblich weil er zufällig (klar!) in der Nähe des Friseurs war (auf jeden Fall!) und der Friseur zufällig einen Termin frei hatte (wer hätte das gedacht!). Ob seine Geschichte nun stimmt oder auch er das „Innere-Kino-Erlebnis“ hatte und daher alleine zum Friseur ging, mag dahingestellt sein. Ich bin ihm für die Rettung meiner Ehre für ewig dankbar!

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Lesenswert: http://www.welt.de/vermischtes/kurioses/article13513992/Friseursalon-stuerzt-ein-Trockenhaube-rettet-Oma.html

* Foto: Vincenzo Mancuso; Quelle:  http://www.bild.de/regional/frankfurt/jacob-sisters/fg-jacob-sisters-17476256.bild.html

8 Gedanken zu „„Schatz, macht doch auch Pediküre!“

  1. danke liebe Lola! werde mein bestes versuchen. D. muss mir aber genügend stoff bieten, sonst habe ich ja nichts zu erzählen 😉

  2. Ich habe lange gezögert, ob ich Dir überhaupt noch Schreiben und Antworten soll. Was ist den aus dem Mann geworden, der ohne Furcht und Tadel jeglichen Komfort und Sicherheit aufgab, um für ein besseres Leben Dritter im mittleren Osten zu kämpfen. Quasi die glorreichen Sieben in Personalunion. Was ist aus diesem MANN geworden? …. er lässt sich zu Pediküre zwingen und wird von seiner Frau zum sich schön machen geschickt. Bestimmt trägt das First Lady jetzt auch immer eine Nagelpfeile mit sich herum, wenn es die Haushaltskräfte um den Pool komandiert. ………… ICH BIN JA SOOOOOOO NEIDISCH!

  3. wer sagt ich höre nicht auf meine Frau liebe Alison?! sonst wäre ich ja nicht hier, oder? 😉

    nun mit rosa bin ich mir nicht so ganz sicher. bin ja nicht Pink Panter! Es gibt viele schöne Farben jenseits diese Farbe, die zum Inbegriff von allem weibliche geworden ist! gerade deswegen muss ich mich für eine andere Farbe entscheiden, oder etwa nicht? 😉

    dicke Umarmung
    Hirbod

  4. Behnam mein lieber, diese Gedankengänge kommen wir sehr bekannt vor! Genau aus dem Gründe habe ich ja auch mit dem Blog angefangen! Wie könnte ich – zumindest für 6 Monate – so enden und nicht nur die Welt nicht mehr retten, sondern auch eure Freiheit und Luxuriöse Leben (ihr habt ja 24/7 Strom und Wasser, könnt auf der Straße laufen etc.)?!

    Ob du mich beneiden sollst? Nun stelle mir diese Frage in 6 Monaten, dann kann ich es dir beantworten 😉

    LG
    Hirbod

    Ps: nun, ich brauche keine Nagelpeiler! Ich kann jeden Tag zum Pediküre gehen 😉

  5. Mein lieber Hirbod,
    mir scheint das ein geradezu ideales Zusammenspiel von Deiner Frau und Dir zu sein. Sie hat das Gefühl, sich einen Mann für die schönen Momente des Lebens zu halten. Nicht Du kaufst ihr die High Heels und den Minirock und legst ihr Wellness-Aufenthalte und Gurkenmasken nahe, sondern sie schickt Dich zur Pediküre. Das fühlt sich bestimmt richtig gut für sie an.
    Gleichzeitig kannst Du Dein wahres Paschatum ausleben. Die Frau arbeiten zu lassen und selbst teils auf der faulen Haut zu liegen, teils den großen Zampano in Gesellschaft zu machen – was kann es schöneres geben?
    So wünsche ich Euch noch viele glückliche Momente in denen beide denken: So lässt es sich leben!
    Herzlichen Gruß
    Hagen

  6. Lieber Hagen,

    du scheint das Arrangement fast durchschaut zu haben! Ist ja auch kein Wunder, wenn ich schaue in welchem Kulturkreis du eingeheiratet hast :-). Egal wie man dreht und wendet. Das Ganze hat seine Vorteile und Nachteile. In Moment überwiegen die Vorteile bei weitem 😉 Falls du Tipps benötigst, lass mich wissen.

    HG Hirbod

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